Sieben Sonette
Sieben Sonette
Fotograf: Anke Sundermeier/Stage Picture
Stefan Schleue, Rainer Scharenberg
Sieben Sonette
Fotograf: Anke Sundermeier/Stage Picture
Claudia Felix, Rainer Scharenberg
Sieben Sonette
Fotograf: Anke Sundermeier/Stage Picture
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Sieben Sonette
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WEITERE BILDER

John von Düffel

Sieben Sonette


Über das Suchen und Finden der Liebe
Premiere am 09.03.2012, Schauspielhaus
 



Besetzung
Autor John von Düffel
Regie Katharina Schmidt
Bühne/Kostüme Ivonne Theodora Storm
Musik Kostia Rapoport
Dramaturgie Alexandra Engelmann
Elena Illing Sigrid Dispert
Benny Richard Erben
Katharina Illing Claudia Felix-Schobert
Mark Langensiepen Rainer Scharenberg
Fabian Illing Stefan Schleue
Ariane Melanie Vollmer
Fabian (alt) Peter Bronsema
Fabian (jung) Florian Grünwald/Merlin-Philipp Woge
weitere Termine

Pressestimmen
Neuss-Grevenbroicher Zeitung vom 12.03.2012
(…) Viele Fragen hinterlässt John von Düffels Stück „Sieben Sonette“, und die meisten lässt es offen: Den Bogen schlagen und in der Verbindung von Shakespeares Sonette mit den amourösen Problemen von Gegenwartsmenschen zeigen, wie unvermindert aktuell die Liebessonette des legendären Briten sind, mag von Düffels Anliegen sein. (…)
Regisseurin Katharina Schmidt [ist] fast kein Vorwurf zu machen, auch wenn sie bisweilen statt auf Tempo auf Längen setzt, in dem Versuch, Platz für Tiefe zu geben. (…)
Ausstatterin Ivonne Theodora Storm hat (…) ein schlechterdings geniales Bühnenbild geschaffen, das mit überschaubaren rechteckigen Räumen unmittelbar die visuelle Form der Sonette aufgreift, unverbundene kleine Einheiten zeigt, die Übergänge erlauben und zwischen denen sich doch Abgründe auftun. Faszinierend auch die eindrucksvolle Leistung der Schauspieler, die mit großem Elan Lebendigkeit, Ausdruck und Können geben – wie Stefan Schleue, der den farblosen Vorstadtbiedermann Fabian Illing (…) als sympathisch zu zeigen vermag. Wie er glänzt auch Rainer Scharenberg als Mark mit Präsenz und Charme und Sigrid Dispert ist mit ihrem riesigen Talent als Fabians Tochter Elena frisch, skeptisch und einfach ein Lichtblick.


WDR5 Scala vom 12.03.2012
Die Liebe ist Himmelsmacht und Höllenqual, eine Menscheitsutopie oder eben doch nur eine gnadenlos bizarre Komödie? William Shakespeare hat einst ihr Mysterium mit unvergleichlichen Sonetten besungen. Vor ein paar Jahren nahm Dramatiker John von Düffel Shakespeares Lyrik zum Ausgangspunkt für ein heitertragisches Stück: „Sieben Sonette“. Darin lässt Düffel die unterschiedlichen Liebes- und Lebensphilosophien von sieben Personen kollidieren. Man liebt sich, betrügt sich, verträgt sich und trennt sich auch schon mal. Am Rheinischen Landestheater Neuss inszeniert Regisseurin Katharina Schmidt den erotischen Reigen in gutbürgerlichem Milieu als Komödie „über das Suchen und Finden der Liebe“.
Fazit: Regisseurin Katharina Schmidt begegnet dem Soap-Charakter der Handlung mit grüblerischer Langsamkeit und sucht in der ironischen Intellektuellen-Komödie nach dem existenzialistischen Kern. Ein achtbarer Ansatz, der aber der narzistischen Gefühlsverflachung der Wohlstand-Juppies von John von Düffel nicht beikommen kann.


Mehrtheater.de vom 26.03.2012
William Shakespeares Sonette sind auf ihre Art einmalig, formal und aufgrund ihrer Vielfältigkeit auch inhaltlich. Liebe in vielen Facetten ist das immer wiederkehrende Thema. […] John von Düffel, Autor, Kritiker und Dramaturg, verfasste für das Alte Schauspielhaus in Stuttgart die Auftragsarbeit „Sieben Sonette“, die ebendort 2008 zur Auraufführung kam. Auf der Grundlage von sieben Shakespeare-Sonetten und eingebunden in Shakespeares Verse erzählt John von Düffel eine Geschichte von sechs Menschen von heute, von ihren Beziehungen, ihrer aller Suche nach Liebe. […] Im Grunde sind sie alle unglücklich. Jeder für sich verloren und allein. Lockere Gespräche, sogar eine Party – nichts als Schein. […] Das Bühnenbild – drei nebeneinander liegende in Weiß gehaltende, eher spartanisch eingerichtete Räume – unterstreicht die emotionale Isolation der Figuren. […]

Der Neusser von April 2012
[…] Sieben Sonette Shakespeares über die Liebe, das Leben und das Altwerden bilden die Grundlage von John von Düffels Stück zum Thema Beziehungslüge, das er 2008 als Auftragsproduktion für das Alte Schauspielhaus Stuttgart verfasste. Unter dem Stern wohl geformter Kontraste und pfiffigen szenischen Ideen brachte Katharina Schmidt es nun fürs RLT auf die Bühne.
Wo Öde auf Sehnsucht stößt und sich Lust unter Lebenslast begräbt, da mag manch einer angekommen sein in der Alltagswelt einer Mittvierziger Paarbeziehung. Verlieben, das mag das eine sein. Seine Liebe überleben lassen, das ist was anderes. So stoßen auf einer Party zwei Schulfreunde aufeinander, die sich nie ähnlich waren und deren Leben noch heute deutlich auseinanderklaffen. […]Doch was bei dem einen beschaulich harmonisch scheint und bei dem anderen prickelnd lebendig, das entpuppt sich mehr und mehr als wohlgepflegte Fassade. […]
Schmidts Inszenierung baut sich in drei fahlweißen, engen Räumen, in denen die Akteure in sieben Szenen um ihr Liebesleben ringen. Ein leichtes Spiel zu Anfang, das vermag, im Verlauf tiefer im Thema zu graben. […] Was das Stück hergibt, wird lebendig umgesetzt. Das Sonett an jedem Szenenende ist ein gelungen positionierter Akzent, der die Gedanken formt und sie in die Ferne schweifen lässt. Eine Inszenierung, die auf Brüche baut, in Stimmung, Bild und Kostüm. Spannung löst sich in Stille auf, wie in Krach. Banale Wortgefechte enden in Poesie. Wo am Ende Leben eskaliert und die Lebenslüge für keinen mehr zu leugnen ist, da wo das Sonett der Szene durch die Münder aller Akteure läuft, bedient sich Schmidt eines pfiffigen Kunstgriffs, der Ironie als sicheren Weg zurück in die Scheinheiligkeit. Ihre Darsteller wandeln sich zu grinsenden Marionetten,
die wieder in diese Welt passen. Clever gedacht. Und gut gemacht. An sich schon der Schlussakkord.



ZUM STÜCK

Auf einem Sektempfang läuft Fabian seinem einstigen Schulfreund Mark in die Arme. Ihre Lebens- und Liebesphilosophien könnten kaum unterschiedlicher sein: Fabian hat früh geheiratet und wohnt mit Frau und Tochter gutbürgerlich in einem Vororthaus. Mark hat wechselnde Affären. Zurzeit ist er mit der erheblich jüngeren Praktikantin Ariane liiert. Bereits zu Schulzeiten konnte Mark jedes Mädchen haben, sogar Fabians heutige Frau Katharina, wie dieser jetzt zu erfahren glaubt. Und noch etwas verbindet die beiden Männer: Ihren Beziehungen droht das Aus. In beiden Fällen ist jedoch das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Ausgehend von sieben Sonetten William Shakespeares und ihren erotisch-rätselhaften Fährten lässt John von Düffel einen Reigen über die Liebe entstehen – eine Reise durch ihre Utopien und Realitäten, die mal tragisch und mal überaus komisch ist.