Fotograf: Anke Sundemeier/Stage Pictures
Joachim Berger (Antonio Salieri), Georg Strohbach (Venticello 2 u.a.), Henning Strübbe (Venticello 1 u.a.),
Fotograf: Anke Sundemeier/Stage Pictures
Georg Strohbach (Venticello 2 u.a.), Robin Jurmann (Pianist/Kapellmeister Bono), Henning Strübbe (Venticello 1 u.a.), Joachim Berger (Antonio Salieri)
Peter Shaffer
Amadeus
Aufstieg und Fall eines Götterlieblings | Schauspiel mit Musik
Premiere am 23.02.2013, Schauspielhaus
Besetzung
| Autor | Peter Shaffer |
| Regie | Antje Thoms |
| Bühne/Kostüme | Ivonne Theodora Storm |
| Pianist | Robin Jurmann |
| Dramaturgie | Stefanie Schnitzler |
| Antonio Salieri | Joachim Berger |
| Wolfgang Amadeus Mozart | Jonathan Schimmer |
| Constanze Weber, seine Frau | Ulrike Knobloch |
| Venticello 1 u.a. | Henning Strübbe |
| Venticello 2 u.a. | Georg Strohbach |
| Kapellmeister Bono | Robin Jurmann |
weitere Termine
Pressestimmen
Westdeutsche Zeitung
Wie Salieri mit dem Schöpfer hadert
Publikum umjubelt Premiere von Peter Shaffers „Amadeus“.
Joachim Berger spielt den hadernden Salieri ausdrucksstark mit gemessenen Gesten.
[…] Am Samstag feierte das Stück im Rheinischen Landestheater Premiere und wurde mit begeistertem Applaus belohnt. Regisseurin Antje Thoms hat Peter Shaffers Stück ins Motto des diesjährigen Spielplans „glauben!“ eingepasst. Es geht um Genie und Mittelmäßigkeit, Neid und Intrigen, vor allem aber um Glauben.
[…] Gott spricht durch Musik, das ist für Salieri keine Frage. Doch weil der Herr nicht ihn selbst zum Sprachrohr gewählt hat, sondern ausgerechnet diesen Mozart, beginnt Salieri mit seinem Schöpfer zu hadern. Er spinnt Intrigen gegen das junge Genie, demütigt Mozarts Frau Constanze (Ulrike Knobloch). Doch eigentlich ringt Salieri mit Gott.
[…] Die Stärke der Neusser Inszenierung sind die Darsteller, die die beiden Hauptfiguren mit jeder Faser verkörpern. Da ist zum einen Joachim Berger, der seinen Salieri mit gemessenen Gesten spielt, der Desserts genießt und mit süffisantem Lächeln Mozarts Niedergang beobachtet. Mozart, das ist Jonathan Schimmer als Irrwisch, der buchstäblich über Tisch und Bänke geht. Ein ewiges Wunderkind, das nie erwachsen wird.
Nicht von ungefähr weckt Joachim Bergers prägnantes Spiel Erinnerungen an seine Titelrolle in einem anderen Höhepunkt des RLT-Spielplans, den „Hiob“. In beiden Rollen erzählt er Variationen der Geschichte von Gottes Zorn und menschlichem Leid. (Inge Hüsgen)
Neuss-Grevenbroicher Zeitung
Rachefeldzug aus Hassliebe zu Mozart
Regisseurin Antje Thoms bringt Peter Shaffers Stück "Amadeus" als kompaktes Paket auf die Bühne des Landestheaters.
[…] Kaum ein Stoff könnte zum RLT-Spielzeit-Thema "glauben!" besser passen als "Amadeus" von Peter Shaffer. Ein Mensch verzweifelt schier an den Fügungen Gottes und wird einzig von dem Wunsch getrieben, ihm eine Lektion zu erteilen. Aber das Stück hat es in sich, funktioniert mit den Mitteln des Films – wie Milos Forman gezeigt hat – wunderbar, ist für die Bühne jedoch ein harter Brocken. Denn es ist vor allem erzähltes Theater.
Die Geschichte von Salieris perfidem Feldzug gegen Mozart (der im übrigen historisch so nicht verbrieft ist) wird von Salieri in der Rückschau einem fiktiven Publikum erzählt, das im Theater ein reales ist. Dazwischen gibt es das zu Erzählende als Spielszenen – ein ständiges Springen also zwischen den Zeiten (vor und nach 32 Jahren) und ein unterschiedliches Agieren vor allem des erzählenden Spielers: mal als Teil der Szene, mal als Beobachter.
Joachim Berger meistert in der Inszenierung von Antje Thoms diesen Spagat fast mühelos. […] Er ist ein ungemein präsenter Salieri, arbeitet heraus, wie ein Mensch innerlich aufgezehrt wird – von hassliebender Bewunderung, von der damit verbundenen Erkenntnis der eigenen Mittelmäßigkeit. Wut, Verzweiflung, Gier, Liebe, Resignation – alle Gefühle, zu denen der Mensch fähig ist, spiegeln sich in ihm. Und wie bitter ist das Ende: Mozart hat er vernichtet, aber dessen Musik wird im Gegensatz zu seiner eigenen weiterleben. Und so greift er zum letzten Mittel, bezichtigt sich das Giftmordes an Mozart und weiß: "Wie sich sein Name über die Welt verbreitet, verbreitet sich meiner auch – wenn schon nicht rühmlich, dann eben unrühmlich."
Jonathan Schimmers Rolle als Mozart wird in Thoms' Inszenierung auf die Rolle des Auslösers reduziert. […] Was Schimmer […] mit körperlichen Spiel ausdrucksvoll und ungehindert ausleben kann: die Unruhe, dieses Irrwischige des Musikers.
Bei Antje Thomas wird das im zeitlichen und räumlichen Irgendwo verortete Stück zu einem gut geschnürten, kompakten Paket. Dazu tragen auch sinnvolle Striche am Text, die gut gespielten Nebenrollen (Ulrike Knobloch, Hennig Strübbe, Georg Strohbach) und die Ausstattung von Ivonne Theodora Storm bei.
Die Kostüme zitieren die Zeit um 1870, die Bühne besteht aus einem Podest, um das ein Absperrband wie bei einem wertvollen Museumsstück läuft. […] Weniger sichtbar, aber ein unglaublich präsenter Mitspieler: das Klavier mit dem Pianisten Robin Jurman. (HELGA BITTNER)
ZuM STÜCK:
Westdeutsche Zeitung
Wie Salieri mit dem Schöpfer hadert
Publikum umjubelt Premiere von Peter Shaffers „Amadeus“.
Joachim Berger spielt den hadernden Salieri ausdrucksstark mit gemessenen Gesten.
[…] Am Samstag feierte das Stück im Rheinischen Landestheater Premiere und wurde mit begeistertem Applaus belohnt. Regisseurin Antje Thoms hat Peter Shaffers Stück ins Motto des diesjährigen Spielplans „glauben!“ eingepasst. Es geht um Genie und Mittelmäßigkeit, Neid und Intrigen, vor allem aber um Glauben.
[…] Gott spricht durch Musik, das ist für Salieri keine Frage. Doch weil der Herr nicht ihn selbst zum Sprachrohr gewählt hat, sondern ausgerechnet diesen Mozart, beginnt Salieri mit seinem Schöpfer zu hadern. Er spinnt Intrigen gegen das junge Genie, demütigt Mozarts Frau Constanze (Ulrike Knobloch). Doch eigentlich ringt Salieri mit Gott.
[…] Die Stärke der Neusser Inszenierung sind die Darsteller, die die beiden Hauptfiguren mit jeder Faser verkörpern. Da ist zum einen Joachim Berger, der seinen Salieri mit gemessenen Gesten spielt, der Desserts genießt und mit süffisantem Lächeln Mozarts Niedergang beobachtet. Mozart, das ist Jonathan Schimmer als Irrwisch, der buchstäblich über Tisch und Bänke geht. Ein ewiges Wunderkind, das nie erwachsen wird.
Nicht von ungefähr weckt Joachim Bergers prägnantes Spiel Erinnerungen an seine Titelrolle in einem anderen Höhepunkt des RLT-Spielplans, den „Hiob“. In beiden Rollen erzählt er Variationen der Geschichte von Gottes Zorn und menschlichem Leid. (Inge Hüsgen)
Neuss-Grevenbroicher Zeitung
Rachefeldzug aus Hassliebe zu Mozart
Regisseurin Antje Thoms bringt Peter Shaffers Stück "Amadeus" als kompaktes Paket auf die Bühne des Landestheaters.
[…] Kaum ein Stoff könnte zum RLT-Spielzeit-Thema "glauben!" besser passen als "Amadeus" von Peter Shaffer. Ein Mensch verzweifelt schier an den Fügungen Gottes und wird einzig von dem Wunsch getrieben, ihm eine Lektion zu erteilen. Aber das Stück hat es in sich, funktioniert mit den Mitteln des Films – wie Milos Forman gezeigt hat – wunderbar, ist für die Bühne jedoch ein harter Brocken. Denn es ist vor allem erzähltes Theater.
Die Geschichte von Salieris perfidem Feldzug gegen Mozart (der im übrigen historisch so nicht verbrieft ist) wird von Salieri in der Rückschau einem fiktiven Publikum erzählt, das im Theater ein reales ist. Dazwischen gibt es das zu Erzählende als Spielszenen – ein ständiges Springen also zwischen den Zeiten (vor und nach 32 Jahren) und ein unterschiedliches Agieren vor allem des erzählenden Spielers: mal als Teil der Szene, mal als Beobachter.
Joachim Berger meistert in der Inszenierung von Antje Thoms diesen Spagat fast mühelos. […] Er ist ein ungemein präsenter Salieri, arbeitet heraus, wie ein Mensch innerlich aufgezehrt wird – von hassliebender Bewunderung, von der damit verbundenen Erkenntnis der eigenen Mittelmäßigkeit. Wut, Verzweiflung, Gier, Liebe, Resignation – alle Gefühle, zu denen der Mensch fähig ist, spiegeln sich in ihm. Und wie bitter ist das Ende: Mozart hat er vernichtet, aber dessen Musik wird im Gegensatz zu seiner eigenen weiterleben. Und so greift er zum letzten Mittel, bezichtigt sich das Giftmordes an Mozart und weiß: "Wie sich sein Name über die Welt verbreitet, verbreitet sich meiner auch – wenn schon nicht rühmlich, dann eben unrühmlich."
Jonathan Schimmers Rolle als Mozart wird in Thoms' Inszenierung auf die Rolle des Auslösers reduziert. […] Was Schimmer […] mit körperlichen Spiel ausdrucksvoll und ungehindert ausleben kann: die Unruhe, dieses Irrwischige des Musikers.
Bei Antje Thomas wird das im zeitlichen und räumlichen Irgendwo verortete Stück zu einem gut geschnürten, kompakten Paket. Dazu tragen auch sinnvolle Striche am Text, die gut gespielten Nebenrollen (Ulrike Knobloch, Hennig Strübbe, Georg Strohbach) und die Ausstattung von Ivonne Theodora Storm bei.
Die Kostüme zitieren die Zeit um 1870, die Bühne besteht aus einem Podest, um das ein Absperrband wie bei einem wertvollen Museumsstück läuft. […] Weniger sichtbar, aber ein unglaublich präsenter Mitspieler: das Klavier mit dem Pianisten Robin Jurman. (HELGA BITTNER)
ZuM STÜCK:
Bereits kurz nach Mozarts rätselhaftem Tod kursiert das Gerücht, er sei vergiftet worden. Wahrheit oder Legende? Beschuldigt wird Antonio Salieri, ehemaliger Hofkapellmeister Kaiser Josephs II. Doch ist Salieri tatsächlich Mozarts Mörder?
Ursprünglich der erfolgreichste Komponist am Hofe des Kaisers, verliert Salieri diesen Status, als das Wunderkind Mozart auftaucht. Der gottesfürchtige Salieri beginnt mit seinem Gott zu hadern. Salieri kann und will nicht begreifen, dass Mozart, ein ungezogener Kindskopf und Flegel, das auserwählte Genie ist, nebem dem sein eigenes Können zum Mittelmaß schrumpft.
Von Neid zerfressen, schwört Salieri Rache: Er wird Mozart vernichten – koste es, was es wolle. Das junge Ausnahmetalent wird zur bloßen Marionette in Salieris ebenso verzweifeltem wie grausamen Machtspiel, Gott eine Lektion zu erteilen.
AMADEUS ist ein aufregender Theaterkrimi. Das Stück begibt sich auf die Spuren Mozarts, der, heute von aller Welt verehrt, zu Lebzeiten jedoch rasant aufgestiegen und tief gefallen ist. 1979 in London uraufgeführt, wurde das Stück 1984 von Milos Forman verfilmt und mit acht Oscars ausgezeichnet.









