# Verehrtes Publikum!


Die Tugend Tapferkeit ist die Fähigkeit, gegen alle Widerstände und im Extremfall unter Einsatz seines Lebens, für übergeordnete Werte oder Ziele zu kämpfen. Leidensfähigkeit und Durchhaltewillen sind dabei ein Weg, die eigenen Ängste und Schwächen zu überwinden und trotz massivem Widerstand, an der eigenen Überzeugung festzuhalten. Im Krieg ist die Tapferkeit eine überlebenswichtige Eigenschaft, in unserer bürgerlichen Gesellschaft gewinnt die Zivilcourage an Bedeutung: sich eine eigene Haltung, ein eigenes Urteil gegen die gesellschaftliche Norm zu erlauben, kann manchmal gefährlich sein und erfordert Mut und Charakter.

So in unserer Eröffnungsinszenierung Corpus Delicti nach dem erfolgreichen Roman von Juli Zeh: in einem totalitären Gesundheitsstaat wehrt sich die Biologin Mia gegen die entmündigende Gesundheitsvorsorge und militante Kontrolle des Staates. Im privaten wie im beruflichen Leben ist eine klare Haltung und eine eigene Meinung manchmal überlebensnotwendig: sei es beim persönlichen Abendessen mit dem Chef in der ­Komödie Drei Mal Leben oder als Regisseur auf der Probe für die nächste Inszenierung in Der nackte Wahnsinn.
Besonders turbulent und gefährlich wird es in Michael Endes Familienstück
Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch, in dem ein Kater und ein Rabe die Welt retten können, wenn sie ihre Ängste überwinden und sich mutig den Vernichtungsplänen von Professor Dr. Irrwitzer entgegen stellen. Schillers Die Jungfrau von Orleans ist ein klassisches Stück, das sehr zeitgemäß und modern das Thema „religiöser Fanatismus und Krieg“ behandelt und damit den Bogen in unsere Gegenwart schlägt.

Tapferkeit, Zivilcourage und Mut sind Haltungen, die es zu bewahren gilt und die erlernbar sind – im besten Fall mit Vorbildern und Helden, wie sie auf dem Theater zu finden sind. Entdecken Sie weitere tapfere Menschen in unserer neuen Spielzeit und lassen Sie sich von ihnen motivieren und inspirieren!

Ich freue mich auf Sie!
Ihre Bettina Jahnke