Friedrich Schiller
Die Verschwörung des Fiesco zu Genua
Ein Mann will nach oben
Premiere am 17.09.2010, Schauspielhaus
Besetzung
| Regie | Andre Sebastian |
| Bühne/Kostüme | Dorit Lievenbrück |
| Dramaturgie | Barbara Noth |
| Fiesco, Graf von Lavagna | André Felgenhauer |
| Giannetino, Neffe des Andreas Doria | Roman Konieczny |
| Verrina, verschworner Republikaner | Rainer Scharenberg |
| Muley Hassay, Mohr von Tunis | Stefan Schleue |
| Leonore, Fiescos Gemahlin | Emilia Haag |
| Julia, Gräfinwitwe Imperiali, Dorias Schwester | Christiane Nothofer |
weitere Termine
Pressestimmen
Neuss-Grevenbroicher Zeitung 20.9.2010
„Mit dem auf deutschen Bühnen wenig gespielten Drama „Die Verschwörung des Fiesco zu Genua“ ist das RLT in die zweite Saison unter Intendantin Bettina Jahnke gestartet. Die Regie führt Andre Sebastian.
Es gibt sie. Diese wenigen Momente, in denen erkennbar ist, wer dieser Mann [Fiesco] ist. Einer, der liebt. Oder ist auch das nur ein So-tun-als-ob? Wie in all den anderen Szenen, in denen er zum Spiegel seines Gegenübers wird, sich dessen Erwartungen zu eigen macht und diese mit seinem Reden und Gehabe erfüllt? (…) Er ist dabei nicht einmal unsympathisch. Zumindest nicht in der Figur, die Regisseur Andre Sebastian aus Schillers „Fiesco“ macht, und in der Darstellung, die André Felgenhauer von ihm gibt. (…) In nur 145 Minuten reine Spielzeit jagt Sebastian die fünf Aufzüge (…) über die Bühne. Aber all das geschieht durchaus zum Wohle des Zuschauers. (…) Manch krude Wendung in diesem Stück bricht Sebastian im Spiel mit feiner Ironie. (…) Der sehr präsente André Felgenhauer [macht] aus Fiesco weniger einen machthungrigen Politiker als vielmehr einen Mann, der sich an seinen eigenen Spielzügen berauscht. Das füllt der so gut aus, dass die Grenzen zwischen dem Menschen Fiesco und dem Spieler Fiesco fließend sind. (…) Roman Konieczny, Rainer Scharenberg, Kaspar Küppers, Stefan Schleue, Emilia Haag und Christiane Nothofer spielen sich im sichtbaren Wechsel für das Publikum durch zehn Rollen (bei Schiller sind es insgesamt 21!). (…) Dorit Lievenbrück hat dafür eine sprechende Bühne gebaut: mit Schminktischen wie in der Theatermaske im Hintergrund und einem großen Glasrahmen mit prächtiger Tapete, der den Adelspalast markiert.“
nrw-depesche.de 20.9.2010
„Es fängt schon damit an, dass die in dem Stück mitwirkenden Figuren zu Beginn im Rahmen eines Maskenballs als wilde Bestien verkleidet sind, so dass es einem eiskalt den Rücken herunter läuft. Dieses Spannungsmoment ist ein genialer Einfall! Weiterhin ist auffallend, dass diese Inszenierung an die Abfolge eines Films erinnert, was gerade im zweiten Teil dieser Inszenierung zum Tragen kommt, mit einer Aneinanderreihung extrem kurzer Sequenzen, die auf Grund der Technik, der Lichteffekte und der begleitenden Musik sehr ausgefeilt und extrem spannend sind. Hervorzuheben ist die enorme Leistung der gerade einmal sieben Schauspieler, die in dem Stück auch den Aufruhr des Volkes von Genua gegen seinen Herzog darstellen. (…)
Dank der Anreicherung mit Rock- und Popmusik aus Italien, unter anderem mit Partisanenliedern, und einer sehr gut gelungenen Dramaturgie, ist diese Inszenierung von der ersten bis zur letzten Minute äußerst spannend. (…)
Sehr gut ist in dieser Inszenierung das Wechselspiel der Gefühle hervorgehoben, in dem sich Fiesco befindet. Mal ist er emotional auf dem Gipfel, mal ist er emotional in Wallungen und dann wieder ganz niedergeschlagen.
Hervorzuheben ist, dass das junge Ensemble des Rheinischen Landestheaters sehr vielseitig ist. Das Stück „Die Verschwörung des Fiesco zu Genua“ ist sehr sehenswert.“
Westdeutsche Zeitung 20.9.2010
„Tierkostüme, die fast so aussehen wie bei Stefan Bachmanns Inszenierung von „Jeff Koons“ vor ein paar Jahren in Hamburg. Eine Garderobe als Bühnenbild, die an Andreas Kriegenburgs Inszenierung „Unschuld“, ebenfalls in Hamburg, erinnert: (…) Tierfabel, Posse, Drama, Soap – (…) die Formen mixt Andre Sebastian kräftig. (…) Frauen spielen schon einmal Männer, ein Mann schon mal eine Frau. (…) Es dauert zu lange, bis endlich das Einfache einmal gelingt: eine Situation angemessen darzustellen. (…) Am Ende ermordet der Republikaner Verrina (Rainer Scharenberg) Fiesco, weil der sich zum Herrscher aufschwingen will.“
Der Neusser 10/2010
„„Die Verschwörung des Fiesco zu Genua“ von Friedrich Schiller läutet im Rheinischen Landestheater die neue Spielzeit ein. Die Auswahl gewagt, die Realisierung überaus gelungen. Mit Wortgewalt, Theaterleidenschaft und in frischem Aufzug ist des Altmeisters Hauptfigur angekommen in unserer Zeit. (…) Für die Premiere gab es lang anhaltenden Beifall. Zu Recht. Die Inszenierung von Andre Sebastian ist frisch, einfallsreich und spannend, entlehnt sich jedoch der Ernsthaftigkeit der Handlung und Dialoge nicht. Schminktische für die Masken des Spiels, Feuer für die Revolution und Bässe und Balladen für die Stimmung. Länge schleicht nicht ein, die Szenen lebendig und die schauspielerische Leistung durchweg von hoher Qualität. André Felgenhauer ist ein Fiesco, dem an nicht von den Fersen weicht. Intellekt, Gier und Wahn geistert durch sein Wesen, beflügelt Wort- und Mimenspiel, besticht durch Sprachkunst und forschende, gleichwohl besessene Persönlichkeit. Groß und klein geben sich in ihm die Hand, Aufstieg und Untergang vereinen sich. (…) „Kämpfen“ heißt das Motto dieser Spielzeit. „Mut“ passt dazu, so wie zu dieser empfehlenswerten Auftanktinszenierung.“
Nordbayer. Kurier Bayreuth vom 2.12.2010
„Das Rheinische Landestheater Neuss bietet einen „Fiesco“, bei dem die politischen Konflikte nicht dem Thesentheater geopfert werden, im Gegenteil: Was die relativ wenigen, aber am Ende begeisterten Zuschauer sahen, war das schönste Schauspiel-Theater. (…) ‚Ihr kennt eure Rollen’: das kann man den Schauspielern ins Stammbuch schreiben. (…) Sie können eben alles spielen, weil sie alles spielen können: Revolutionäre und Gegenrevolutionäre, Männer und Frauen, Mörder und Opfer. Ein wunderbares Ensemble, das ein oft verkanntes Stück, natürlich mit großen Kürzungen, doch kaum mit Umdeutungen, glänzend in die viel zu leere Stadthalle gebracht hat.“
Frankenpost.de vom 3.12.2010
„In Neuss (…) hat man Schillers Text derart gestrafft, beschleunigt und mit aktuellen theatralen Mitteln umgesetzt, dass die anfängliche Skepsis schnell verfliegt. (…)
Natürlich geht es auch in der Produktion aus Neuss um den Konflikt Republik versus Alleinherrschaft, doch führt sie vor allem vor Augen, wie die Erfahrung von Macht Menschen einnimmt, verändert, vernichtet. Fiesco weiß genau, wie er mit dem (sozusagen vom Publikum verkörperten) Adel umzugehen hat, mit Verschwörern und aufgebrachten Handwerkern (sehr einfallsreich und effektvoll dargestellt von einem Dutzend roter Socken als Handpuppen). (…). Als es endlich zur finalen Schlacht in Genua kommt, werden die Rückseiten der Schminktische zu Mauern enger Gassen, auf denen Feuer lodert, Blut fließt. Dazu der dröhnende Bass aus den Lautsprechern: Das geht durch und durch - ein Inferno. Der vom republikanischen Gegenspieler Verrina erschossene Fiesco erhebt sich nach seiner Hinrichtung und offenbart den Namen des Mörders - die Realität ist gänzlich aufgelöst, und die Inszenierung gibt dem extrem begeisterten Publikum noch Stoff zum Nachdenken mit auf den Heimweg.“
Neuss-Grevenbroicher Zeitung 20.9.2010
„Mit dem auf deutschen Bühnen wenig gespielten Drama „Die Verschwörung des Fiesco zu Genua“ ist das RLT in die zweite Saison unter Intendantin Bettina Jahnke gestartet. Die Regie führt Andre Sebastian.
Es gibt sie. Diese wenigen Momente, in denen erkennbar ist, wer dieser Mann [Fiesco] ist. Einer, der liebt. Oder ist auch das nur ein So-tun-als-ob? Wie in all den anderen Szenen, in denen er zum Spiegel seines Gegenübers wird, sich dessen Erwartungen zu eigen macht und diese mit seinem Reden und Gehabe erfüllt? (…) Er ist dabei nicht einmal unsympathisch. Zumindest nicht in der Figur, die Regisseur Andre Sebastian aus Schillers „Fiesco“ macht, und in der Darstellung, die André Felgenhauer von ihm gibt. (…) In nur 145 Minuten reine Spielzeit jagt Sebastian die fünf Aufzüge (…) über die Bühne. Aber all das geschieht durchaus zum Wohle des Zuschauers. (…) Manch krude Wendung in diesem Stück bricht Sebastian im Spiel mit feiner Ironie. (…) Der sehr präsente André Felgenhauer [macht] aus Fiesco weniger einen machthungrigen Politiker als vielmehr einen Mann, der sich an seinen eigenen Spielzügen berauscht. Das füllt der so gut aus, dass die Grenzen zwischen dem Menschen Fiesco und dem Spieler Fiesco fließend sind. (…) Roman Konieczny, Rainer Scharenberg, Kaspar Küppers, Stefan Schleue, Emilia Haag und Christiane Nothofer spielen sich im sichtbaren Wechsel für das Publikum durch zehn Rollen (bei Schiller sind es insgesamt 21!). (…) Dorit Lievenbrück hat dafür eine sprechende Bühne gebaut: mit Schminktischen wie in der Theatermaske im Hintergrund und einem großen Glasrahmen mit prächtiger Tapete, der den Adelspalast markiert.“
nrw-depesche.de 20.9.2010
„Es fängt schon damit an, dass die in dem Stück mitwirkenden Figuren zu Beginn im Rahmen eines Maskenballs als wilde Bestien verkleidet sind, so dass es einem eiskalt den Rücken herunter läuft. Dieses Spannungsmoment ist ein genialer Einfall! Weiterhin ist auffallend, dass diese Inszenierung an die Abfolge eines Films erinnert, was gerade im zweiten Teil dieser Inszenierung zum Tragen kommt, mit einer Aneinanderreihung extrem kurzer Sequenzen, die auf Grund der Technik, der Lichteffekte und der begleitenden Musik sehr ausgefeilt und extrem spannend sind. Hervorzuheben ist die enorme Leistung der gerade einmal sieben Schauspieler, die in dem Stück auch den Aufruhr des Volkes von Genua gegen seinen Herzog darstellen. (…)
Dank der Anreicherung mit Rock- und Popmusik aus Italien, unter anderem mit Partisanenliedern, und einer sehr gut gelungenen Dramaturgie, ist diese Inszenierung von der ersten bis zur letzten Minute äußerst spannend. (…)
Sehr gut ist in dieser Inszenierung das Wechselspiel der Gefühle hervorgehoben, in dem sich Fiesco befindet. Mal ist er emotional auf dem Gipfel, mal ist er emotional in Wallungen und dann wieder ganz niedergeschlagen.
Hervorzuheben ist, dass das junge Ensemble des Rheinischen Landestheaters sehr vielseitig ist. Das Stück „Die Verschwörung des Fiesco zu Genua“ ist sehr sehenswert.“
Westdeutsche Zeitung 20.9.2010
„Tierkostüme, die fast so aussehen wie bei Stefan Bachmanns Inszenierung von „Jeff Koons“ vor ein paar Jahren in Hamburg. Eine Garderobe als Bühnenbild, die an Andreas Kriegenburgs Inszenierung „Unschuld“, ebenfalls in Hamburg, erinnert: (…) Tierfabel, Posse, Drama, Soap – (…) die Formen mixt Andre Sebastian kräftig. (…) Frauen spielen schon einmal Männer, ein Mann schon mal eine Frau. (…) Es dauert zu lange, bis endlich das Einfache einmal gelingt: eine Situation angemessen darzustellen. (…) Am Ende ermordet der Republikaner Verrina (Rainer Scharenberg) Fiesco, weil der sich zum Herrscher aufschwingen will.“
Der Neusser 10/2010
„„Die Verschwörung des Fiesco zu Genua“ von Friedrich Schiller läutet im Rheinischen Landestheater die neue Spielzeit ein. Die Auswahl gewagt, die Realisierung überaus gelungen. Mit Wortgewalt, Theaterleidenschaft und in frischem Aufzug ist des Altmeisters Hauptfigur angekommen in unserer Zeit. (…) Für die Premiere gab es lang anhaltenden Beifall. Zu Recht. Die Inszenierung von Andre Sebastian ist frisch, einfallsreich und spannend, entlehnt sich jedoch der Ernsthaftigkeit der Handlung und Dialoge nicht. Schminktische für die Masken des Spiels, Feuer für die Revolution und Bässe und Balladen für die Stimmung. Länge schleicht nicht ein, die Szenen lebendig und die schauspielerische Leistung durchweg von hoher Qualität. André Felgenhauer ist ein Fiesco, dem an nicht von den Fersen weicht. Intellekt, Gier und Wahn geistert durch sein Wesen, beflügelt Wort- und Mimenspiel, besticht durch Sprachkunst und forschende, gleichwohl besessene Persönlichkeit. Groß und klein geben sich in ihm die Hand, Aufstieg und Untergang vereinen sich. (…) „Kämpfen“ heißt das Motto dieser Spielzeit. „Mut“ passt dazu, so wie zu dieser empfehlenswerten Auftanktinszenierung.“
Nordbayer. Kurier Bayreuth vom 2.12.2010
„Das Rheinische Landestheater Neuss bietet einen „Fiesco“, bei dem die politischen Konflikte nicht dem Thesentheater geopfert werden, im Gegenteil: Was die relativ wenigen, aber am Ende begeisterten Zuschauer sahen, war das schönste Schauspiel-Theater. (…) ‚Ihr kennt eure Rollen’: das kann man den Schauspielern ins Stammbuch schreiben. (…) Sie können eben alles spielen, weil sie alles spielen können: Revolutionäre und Gegenrevolutionäre, Männer und Frauen, Mörder und Opfer. Ein wunderbares Ensemble, das ein oft verkanntes Stück, natürlich mit großen Kürzungen, doch kaum mit Umdeutungen, glänzend in die viel zu leere Stadthalle gebracht hat.“
Frankenpost.de vom 3.12.2010
„In Neuss (…) hat man Schillers Text derart gestrafft, beschleunigt und mit aktuellen theatralen Mitteln umgesetzt, dass die anfängliche Skepsis schnell verfliegt. (…)
Natürlich geht es auch in der Produktion aus Neuss um den Konflikt Republik versus Alleinherrschaft, doch führt sie vor allem vor Augen, wie die Erfahrung von Macht Menschen einnimmt, verändert, vernichtet. Fiesco weiß genau, wie er mit dem (sozusagen vom Publikum verkörperten) Adel umzugehen hat, mit Verschwörern und aufgebrachten Handwerkern (sehr einfallsreich und effektvoll dargestellt von einem Dutzend roter Socken als Handpuppen). (…). Als es endlich zur finalen Schlacht in Genua kommt, werden die Rückseiten der Schminktische zu Mauern enger Gassen, auf denen Feuer lodert, Blut fließt. Dazu der dröhnende Bass aus den Lautsprechern: Das geht durch und durch - ein Inferno. Der vom republikanischen Gegenspieler Verrina erschossene Fiesco erhebt sich nach seiner Hinrichtung und offenbart den Namen des Mörders - die Realität ist gänzlich aufgelöst, und die Inszenierung gibt dem extrem begeisterten Publikum noch Stoff zum Nachdenken mit auf den Heimweg.“
Stückbeschreibung
Unzufrieden mit der Tyrannenherrschaft sind in Genua fast alle, doch gibt es höchst unterschiedliche Vorstellungen davon, wer der neue Mann an der Spitze des Herzogtums sein soll. Gianettino Doria, der Neffe des aktuellen Herrschers, strebt danach, seinen Onkel im Amt zu beerben. Eine Gruppe Adliger um den Erzrepublikaner Verrina bringt sich gegen Gianettino in Stellung und lehnt jegliche Spielart der Diktatur ab.
Den jungen Fiesco reizt die Macht. Er schafft es, die Stimmung gegen Gianettino auf den Siedepunkt zu bringen und die meisten Adligen hinter sich zu scharen. Allein Verrina misstraut seinen Motiven. Fiesco bereitet die Ermordung Gianettinos vor und bändelt gleichzeitig mit dessen Schwester Julia an. Er probiert die verschiedenen Masken der Macht, täuscht und manipuliert alle in seiner Umgebung, Mitstreiter und Feinde. Ein Werkzeug für sein Spiel findet er in Muley Hassan, einem Sklaven, den er bei einem von Gianettino angezettelten Anschlag dingfest gemacht und abgeworben hat.
Die bösen Vorahnungen Verrinas scheinen sich zu bestätigen, als Fiesco durchblicken lässt, dass auch er als Tyrann über Genua herrschen und die Macht nicht teilen will. Verrina initiiert nun die Gegenintrige, um Fiesco aus dem Weg zu räumen.







