Die Orestie
Die Orestie
Fotograf: Björn Hickmann / Stage Picture Linda Riebau, Joachim Berger, Michael Großschädl, Henning Strübbe, Katharina Dalichau
Die Orestie
Fotograf: Björn Hickmann / Stage Picture Claudia Felix
Die Orestie
Fotograf: Björn Hickmann / Stage Pictures
Die Orestie
Fotograf: Björn Hickmann / Stage Pictures
Die Orestie
Fotograf: Björn Hickmann / Stage Pictures
Die Orestie
Fotograf: Björn Hickmann / Stage Pictures
Die Orestie
Fotograf: Björn Hickmann / Stage Pictures
Die Orestie
Fotograf: Björn Hickmann / Stage Pictures
Die Orestie
Fotograf: Björn Hickmann / Stage Pictures
Die Orestie
Fotograf: Björn Hickmann / Stage Pictures
Die Orestie
Fotograf: Björn Hickmann / Stage Pictures
WEITERE BILDER
Premiere

15

Aischylos

Die Orestie


Wie Blutrache eine Familie fast auslöscht
Premiere am 25.09.2010, Schauspielhaus
 
Besetzung
Regie Catharina Fillers
Chorleitung Simone Sima Younossi
Bühne/Kostüme Ivonne Theodora Storm
Dramaturgie Alexandra Jacob
Agamemnon / Apollon Joachim Berger
Elektra / Erinye Katharina Dalichau
Klytaimestra / Erinye Hergard Engert
Kassandra / Erinye Claudia Felix
Aighisthos / Erinye Michael Großschädl
Athene Linda Riebau
Herold / Orest Henning Strübbe
Das Volk von Argos Ensemble
  
Bearbeitung und Übersetzung Peter Stein
weitere Termine

Pressestimmen

Neuss-Grevenbroicher Zeitung 27.9.2010

„Catharina Fillers hat am Rheinischen Landestheater das antike Drama „Die Orestie“ von Aischylos inszeniert. Sie fokussiert das Stück auf die Fragen nach Schuld und Sühne und des Menschen Vermögen, sich für oder gegen etwas entscheiden zu können. (…)
Aischylos' „Orestie“ gilt auch heute noch – rund 2500 Jahre später – als Musterwerk seiner Gattung, das sich um die großen Themen Schuld und Sühne dreht und von Protagonisten getragen wird, die für die Höhen und Tiefen des Menschen stehen. Das wird auch in Catharina Fillers Inszenierung des antiken Dramas am RLT deutlich – wenngleich sie das Stück (in der Übertragung von Peter Stein für die Berliner Schaubühne 1979) mit Dramaturgin Alexandra Jacob auf rund zweieinhalb Stunden eingedampft hat. [Im Original zieht sie sich fast einen Tag hin.] (…)
Nur sieben Schauspieler tragen Fillers Adaption, sind Chor, Bürger und Hauptdarsteller zugleich. Dabei liefern Joachim Berger, Hergard Engert, Katharina Dalichau, Claudia Felix, Michael Großschädl, Linda Riebau und Henning Strübbe eine Meisterleistung im chorischen Sprechen (Leitung: Simone Sima Younossi) wie auch im unauffälligen Hervor- und Zurücktreten ab. Denn sie sind auf den Punkt genau in dem Maße präsent, wie es die jeweilige Rolle fordert. (…) Immer wieder zeigt sie in starken Bildern, dass jeder dieser von Blutrache Beseelten die Möglichkeit hat, sich anders zu entscheiden. (…) Die zurückhaltende, in Weiß-Tönen gehaltene Ausstattung der Bühne, die nicht mehr, aber auch nicht weniger als pure Spiel-Fläche ist, und die einfachen, die Antike nur zitierenden Kostüme von Ivonne Theodora Storm sind das passende äußere Pendant zu der komprimierten Fassung Fillers.“

DEWEZET 29.09.2010

„Das perfekt gestylte Schlachtfest der Antike (…) Das Rheinische Landestheater Neuss hat für seine Inszenierung die Peter-Stein-Vorlage gewählt, die 1980 in der Berliner Schaubühne aufgeführt wurde, in respektvoll heutiger Prosa. [Es gelang] ein eindrücklicher Theaterabend (Regie: Catharina Fillers), der bei aller Expressivität für Spannung sorgt und eine konsequente Interpretation des Schauerdramas in zwei von sonst acht Stunden auf die Bretter stellt. Nicht ganz einfach umzusetzen, was hier vorgegeben wird.
In der Orestie wird die Tragödie an ihre Grenzen geführt. Das Landestheater Neuss kratzt kunstvoll an diesen Grenzen – manchmal bis zur Lächerlichkeit. Ohne sich lächerlich zu machen. Denn der Rahmen hält. Das ist immer noch der alte Chor als Volk, als Greise oder sonst was. Und da sind die Protagonisten, die mit ihren Solonummern aus ihm hervortreten. Beeindruckend alle – von Joachim Berger als Agamemnon und salopper Apollon in den Eumeniden, vor allem Hergard Engert als Klytaimestra, aber auch Claudia Felixals Kassandra mit einem großen Auftritt, immer am Limit und in Gefahr abzustürzen. Henning Strübbe als Orest, Michael Großschädl als Aighistos, Katharina Dalichau als Elektra – alle auch als Errinyen und chorisch als Volk. Und Linda Riebau als Athene – und für mich ein Höhepunkt des Abends: ihre verzweifelten „Frieden“-Variationen. Da wächst die Bühne über sich hinaus. (…) Bravorufe und begeisterter Applaus.“

Lahrer Anzeiger vom 14.20.2010

„Die (…) entstehenden Bilder sind sicherlich Geschmacksache, auch wenn sie den beklemmenden Inhalt des Stoffes überaus kraftvoll illustrieren. Die Inszenierung unter der Regie von Catharina Fillers setzt auf jeden Fall aber Maßstäbe in Sachen Theaterarbeit. Das siebenköpfige Ensemble ist mit sehr viel Engagement bei der Sache, die Sprachkultur beispielhaft. Keiner der Akteure bleibt zurück, das Volk von Argos spricht auch im Chor mit einer Stimme. Die Übersetzung von Peter Stein ist wortgewaltig und direkt. (…)Der erste Teil der Inszenierung bewegt sich in einer archaischen Bildwelt, in der eine Hand voll Akteure in grobem Leinen um ein armseliges Stück Leben zu kämpfen scheinen. Das Publikum stolpert förmlich in die bereits laufende Aufführung hinein. Es gibt für eineinhalb Stunden keinen Ausweg, keinen Lichtblick, die fast greifbare Beklemmung geht mit in die Pause.“

westfaelische-nachrichten.de vom 13.12.2010

„Das Neusser Theater präsentierte unter der Leitung von Catharina Fillers die deutsche Fassung von Peter Stein, die durch eine wortgewaltige und gut verständliche Sprache brillierte und mit einer Dauer von zwei Stunden stark eingekürzt wurde (das Original dauert nämlich einen ganzen Tag).
Zum Auftakt bildeten alle Schauspieler den Chor, der die Handlung in rhythmisch gesprochener Prosaform moderierte. Sie trugen weiße Kleidung und befanden sich vor einer weißen Kulisse. Dann bemalten sich die einzelnen Charaktere nacheinander mit blauer Farbe und schlüpften in die Rollen der Hauptfiguren.
Der erste Höhepunkt der blutigen Vorstellung wurde schon nach der Einleitung durch den Mord des Agamemnons und der Kassandra erreicht. Klytaimnestra nahm Vergeltung für ihr empfangenes Unrecht. Dabei setzte die Schauspielerin Hergard Engert ihre Rolle so gut um, dass der Zuschauer sah, wie sich die verletzte Mutter oftmals schreiend vor lauter Hass in ihrer Stimme überschlug.
Die Leiche des Agamemnon blieb blutverschmiert auf der Bühne liegen, um sich danach zu erheben und in die Rolle des Apolls zu wechseln. Dieser bedeutete Orest, aus der Ferne zu kommen und das vorläufige Finale der Inszenierung zu bestreiten. Der eigene Sohn tötet seine Mutter, um den Vatermord zu sühnen. Danach wandte sich Orest, der durch Henning Strübbe hervorragend gespielt wurde, mit der Schuldfrage an die 200 Zuschauer im Stadttheater und entließ diese mit einem unguten Gefühl in die Pause.
Für das Finale wechselten bis auf Strübbe und Linda Riebau, die die Athene spielte, alle ihre Rollen und waren nun Mitglieder des Göttergerichts. Athene war darin Richter, die Rachegöttinnen die Ankläger, und Apoll Orests Verteidiger. Nach dem Urteilsspruch dauerte es einige Augenblicke, bis sich das Publikum aus der Spannung lösen konnte und den Schauspielern stehend applaudierte.“

Stückbeschreibung

Familienschlachtfest im Haus der Atriden: Königin Klytaimestra hat ihrem Gatten Agamemnon die Opferung der Tochter Iphigenie nicht verziehen. Aus Troja siegreich zurückgekehrt, geht Agamemnon seiner Frau ahnungslos ins Netz und stirbt durch ihr Beil. Die Kinder, Orest und Elektra, sinnen auf Rache. Büßen soll Klytaimestra für den Mord: der Sohn tötet die Mutter. Doch kaum ist die Tat vollbracht, sind Orest die Rachegöttinnen auf den Fersen. Orest aber genießt starke Protektion durch Apoll und Athene. Die Götter inszenieren ein Gericht, besetzt mit Athener Bürgern, das mit dem Prinzip der Blutrache ein für allemal abschließen und es durch ordentliche Rechtsprechung ersetzen soll. Der Muttermörder wird freigesprochen, und die Rachegöttinnen besänftigt Athene, indem sie sie als Schutzgottheiten der Stadt beruft. In einer schlanken, flexiblen Textfassung spielen sieben Schauspieler alle Rollen und den Chor.
CultureBase cb-film cb-news cb-ml cb-tm