Nathans Kinder
Nathans Kinder
Fotograf: Björn Hickmann / Stage Pictures Jonathan Schimmer, Gabriel Rodriguez, Rainer Scharenberg, Sigid Dispert, André Felgenhauer
Nathans Kinder
Fotograf: Björn Hickmann / Stage Pictures Rainer Scharenberg, Sigrid Dispert, Jonathan Schimmer
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Ulrich Hub

Nathans Kinder


Welcher Glaube ist der richtige? | Jugendstück
Premiere am 12.01.2013, Studio
 
Besetzung
Autor Ulrich Hub
Regie Michael Lippold
Bühne/Kostüme Sarah Bernardy
Dramaturgie Barbara Noth
Recha Sigrid Dispert
Kurt Jonathan Schimmer
Nathan Rainer Scharenberg
Sultan Gabriel Rodriguez
Bischof André Felgenhauer
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Pressestimmen
NGZ
[…]Sie reden von Gott und wollen vor allem töten, verbrennen, zerstören, und zwar alle die, die nicht ihres Glaubens sind. Das mittelalterliche Jerusalem als die Stadt, die Christen, Juden und Muslime für sich beanspruchen, ist der Ort von "Nathans Kinder", einem Jugendstück von Ulrich Hub, das das Rheinische Landestheater für Menschen ab zehn zeigt.
[…]Lessings Ringparabel heutigen Jugendlichen flott und eingängig zu vermitteln, ist das Ziel von Hubs Stück und von Michael Lippolds Inszenierung, die mit viel Musik und Schwung, mit Slapstick und lustigen Ideen die Geschichte des jungen Paares zeigt, dessen Liebe stärker ist als aller religiöser Eifer. Mit einer Vielzahl kleiner beschriebener Zettel gestaltet Sarah Bernardy die Klagemauer, den "Briefkasten Gottes", als Ort des Geschehens, der geprägt ist von einer rotierenden runden Scheibe als Haus, das wie ein Kuchendiagramm gedrittelt ist und jeder der drei monotheistischen Religionen gleich viel Raum bietet. Sigrid Dispert und Jonathan Schimmer zeigen charmant und frisch die jungen Liebenden, die sehr schnell die Barrikaden unterschiedlichen Glaubens herunterreißen und zueinander finden.
Gabriel Rodriguez und André Felgenhauer zeigen die Eiferer als herrlich groteske Karikaturen, Rodriguez einen säbelrasselnden Sultan, quirlig wie ein tanzender Derwisch, unberechenbar cholerisch, Felgenhauer einen hochmütig boshaften Bischof, geizig, mordlüstern, verächtlich.
Zwischen ihnen ist Rainer Scharenberg eine wundervolle Besetzung für einen Nathan, der misstrauisch ist aus gutem Grund, der traumatisiert und doch allem gegen ihn gerichteten Hass zum Trotz auf der Suche nach der Möglichkeit eines friedlichen Lebens ist.
In Lippolds leichtfüßiger Inszenierung von Hubs modernisierter Ringparabel gerät allerdings das Spiel um Klischeebilder der Religionen mit dem Ziel einer befreienden Destruktion an seine Grenzen, wo neben den historisch verdienten Zerrbildern mordbrennender Christen und Muslime, das Bild des reichen, zinstreibenden Juden direkt aus dem Repertoire antisemitischer Wahnbilder gezogen und damit die Kategorien von Historizität und wahnhaften Projektionen kräftig durcheinander geschüttelt werden.
Ist es richtig, das eine neben das andere zu stellen? Sind Nathan, der Sultan und der Bischof in ihrer Torheit ebenbürtig oder gibt es Unterschiede? Gibt es Täter und Opfer oder sind alle gleich? Viele Fragen wirft Lippolds Inszenierung auf – und das ist nicht schlecht für ein Jugendstück. (DAGMAR KANN-COOMANN)


Jerusalem ist heiß umkämpft. Christen, Juden und Moslems beanspruchen diese heilige Stadt für sich. In einer einzigen Nacht ändert sich das Leben des jüdischen Mädchens Recha und des Christenjungen Kurt radikal. Beiden wird auf wundersame Weise das Leben gerettet. Ist es also nicht ganz natürlich, dass sie sich ineinander verlieben?

Aber in einer Stadt wie Jerusalem steht diese Liebe unter keinem guten Stern. Rechas Vater, der Jude Nathan, dessen ganze Familie von den Christen ausgelöscht wurde, ist von Kurt alles andere als begeistert. Kurts Vorgesetzter, der christliche Bischhof, schmiedet Mordpläne und Ränke, und will, dass Kurt Rechas Vater Nathan tötet. Und der muslimische Sultan glaubt Kurts Onkel zu sein und will seinen Neffen für sich haben. Es geht um Macht. Es geht um Geld. Es geht darum, welcher Glaube der richtige ist. Aber vor allem geht es um zwei junge Liebende, die sich verbotenerweise spät abends unter einer Palme treffen.

Mit Nathans Kinder ist Ulrich Hub eine kluge Neufassung des berühmten Lessingstoffes gelungen. Gekonnt verschiebt er die Perspektive und stellt das junge Paar Recha und Kurt in den Mittelpunkt des Geschehens.