Das Käthchen von Heilbronn
Das Käthchen von Heilbronn
Fotograf: Fotograf: Björn Hickmann / Stage Pictures Richard Erben (Gottschalk u.a.), Georg Strohbach (Rheingraf vom Stein u.a.), Henning Strübbe (Burggraf von Freiburg u.a.)
Das Käthchen von Heilbronn
Fotograf: Fotograf: Björn Hickmann / Stage Pictures Stefan Schleue (Graf vom Strahl), Emilia Haag (Käthchen), Georg Strohbach (Rheingraf vom Stein u.a.)
Das Käthchen von Heilbronn
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WEITERE BILDER

Heinrich von Kleist

Das Käthchen von Heilbronn


Vertraue deiner Intuition! | Klassiker
Premiere am 11.01.2013, Schauspielhaus
 
Freitag, 15. Februar 2013, 20.00 Uhr
ca. zwei Stunden und zehn Miunten inkl. Pause | Schauspielhaus
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Besetzung
Autor Heinrich von Kleist
Regie Catharina Fillers
Bühne/Kostüme Julia Rogge
Dramaturgie Alexandra Engelmann (geb. Jacob)
Artistik/Kampf/Choreographie (Gast) Daniel Mathéus
Komposition (Gast) Markus Reyhani
Theobald Friedeborn Michael Putschli
Käthchen Emilia Haag
Friedrich Wetter, Graf von Strahl Stefan Schleue
Kunigunde von Thurneck Katharina Dalichau
Gottschalk, Wetters Knecht u.a. Richard Erben
Max, Burggraf von Freiburg u.a. Henning Strübbe
Rheingraf vom Stein u.a. Georg Strohbach
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Pressestimmen
WZ
Katharina Filler gelingt eine überzeugende Inszenierung. […] Ein frischer Kleist ist ihr gelungen, eine zeitgemäße Umsetzung des sperrigen Originals. Und vor allem ein Stück Emotionstheater. […] Ein Traum offenbart der Schmied-Tochter Käthchen (Emilia Haag) und dem Grafen vom Strahl (Stefan Schleue), dass sie füreinander bestimmt sind. Doch während Käthchen explizit vom Grafen geträumt hat und ihm deshalb auf Schritt und Tritt folgt, weiß dieser nur, dass ihm die Ehe mit einer Kaisertochter bestimmt ist. Als ihm die intrigante Gräfin Kunigunde (Katharina Dalichau) weismacht, aus kaiserlichem Geschlecht zu stammen, wird die Hochzeit angesetzt. Doch schließlich erweist sich Käthchen tatsächlich als Kaisertochter, und das vorbestimmte Paar gibt sich das Jawort.
Für die Neusser Inszenierung hat Regisseurin Katharina Fillers die Handlung auf den Kern beschränkt. Bis auf die vier Hauptfiguren werden alle Rollen von einem Dreierteam (Georg Strohbach, Richard Erben und Henning Strübbe) übernommen. Wie ein Joker springt das Trio als Richter, Ritter und Gesinde ein, verkündet die Regieanweisung für die kommende Szene („Wald“) und überrascht mit gekonnten Akrobatik-Einlagen. Vor allem dieser Kunstgriff trägt zum Gelingen des Theaterabends bei. Die Inszenierung wahrt eine ironische Distanz gegenüber dem Klassiker, ohne in Klamauk abzudriften.
Schauspielerisch wird das Stück von den beiden Frauen getragen. Ebenso zerbrechlich und unterwürfig wie auch fanatisch ist Emilia Haags Käthchen, als Gegenpol hat Katharina Dalichau ihre verführerisch-berechnende Kunigunde angelegt.
Das RLT hat die Spielzeit unter das Motto „Glauben!“ gestellt, da fügt sich das „Käthchen“ nahtlos ein. Es geht um innere Überzeugung, konsequent gelebt bis zum Rande des Wahns. Kann das gutgehen? Das ist wohl eine Sache des Glaubens. (Inge Hüsgen)

NGZ
Catharina Fillers hat am Rheinischen Landestheater Heinrich von Kleists Drama "Das Käthchen von Heilbronn" inszeniert. Beherzt und mutig hat sie das Werk aus Zeit und Raum geholt und auf Wesentliches reduziert. […] Die Geschichte vielleicht nicht, aber von Kleists wundervolle Sprache rechtfertigt es allemal, das Stück auf den heutigen Spielplan zu setzen. Und wenn man es so beherzt anpackt wie die Regisseurin Catharina Fillers jetzt am RLT, dann lohnt es sich auch. Sie konzentriert die Geschichte auf das sich in Liebe windende Käthchen, auf den widerspenstigen Graf Friedrich Wetter vom Strahl, Käthchens sorgenden Vater Theobald und die intrigante Kunigunde von Thurneck. Das übrige Personal hat Fillers auf die spielbestimmenden Figuren reduziert und auf drei weitere Spieler verteilt, die ansonsten eine zweite Ebene einziehen, indem sie wie Beobachter wirken.
Das funktioniert erstaunlich gut. Mit den drei in goldene Catsuits gewandeten Spielern Henning Strübbe, Richard Erben und Georg Strohbach, dem "Team Gold" eben, zeichnet Fillers Fissuren im Bild des Stücks, die seine Schwere und an vielen Stellen auch große Schwülstigkeit aufbrechen und jeden – auf der Bühne wie im Zuschauerraum – für einen manchmal nur winzigen Augenblick ins Hier und Jetzt holen. Und damit auch zu der Frage: Geht so was heute noch? Dieses Gefühl der unbedingten Liebe, die keine Fragen stellt und auf einem unerbittlichen, unerschütterlichen Glauben beruht, dass sie richtig ist?
Kleists Käthchen ist das verkörperte "Ja" darauf, und bei Emilia Haag wirkt es, als ob sie nur im Zustand dieser schmerzenden Liebe leben kann. Und so lässt die Inszenierung offen, ob das Ende auch ein glückliches ist. […] das nüchterne und stimmungsvolle Bühnenbild von Julia Rogge [ist] eine kongeniale Ergänzung des Regiekonzepts […]. Ein Ereignis auf der Bühne sind Stefan Schleue als Friedrich und Michael Putschli als Käthchens Vater. Kraftvolle Menschen, in denen sich die Zerrissenheit jeweils dessen spiegelt, der liebt, ohne es zu wollen; der seine Liebe nicht verliert, auch wenn sie zurückgewiesen wird. (Helga Bittner)


ZUM STÜCK

Das Käthchen, Tochter eines Heilbronner Waffenschmieds, erkennt in einem zufälligen Laufkunden ihres Vaters den Mann, für den es sich lohnt, von jetzt auf gleich alles hinzuwerfen. Wie der Blitz schlägt Friedrich Wetter Graf vom Strahl in ihrem Leben ein. So verlässt sie kurzerhand ihren Vater und die Heimat und folgt dem Grafen in bedingungsloser Ergebenheit „wie ein Hund“. Auch der Versuch Friedrichs, sie mit der Peitsche zu verjagen, ist gegen Käthchens Willensstärke machtlos.

Was für Käthchen längst Gewissheit und gelebter Glaube ist, ahnt der launische Graf erst so nach und nach: Die Vorsehung hat Käthchen und ihn füreinander bestimmt. In einem parallelen Traum waren sie einander bereits begegnet, zusammengeführt von einem Engel.

Friedrich muss den Traum erst über Umwege entschlüsseln: Er missversteht manches Zeichen und läuft in die Arme seiner Feindin, der Kunigunde von Thurneck. Sie will er heiraten, hält er sie doch für die Frau seiner Träume. Doch das Käthchen weigert sich immer noch hartnäckig zu gehen und folgt der Stimme ihres Herzens.

Für das glückliche Ende bedarf es einer ausgerechnet von Kunigunde angezettelten Probe, in der Käthchen ihr Leben riskiert. Das öffnet auch dem Grafen die Augen.